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Hohenrain
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Hohenrain ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Hochdorf des Kantons Luzern in der Schweiz. Auf den 1. Januar 2007 wurde die Fusion mit der Gemeinde Lieli rechtskrÀftig. Die neue Gemeinde heisst weiterhin Hohenrain.
Contents
âą Geographie
âą Ortsteile
âą Ottenhusen
⹠Bevölkerung
âą Sprachen
âą Geschichte
âą Politik
âą Gemeinderat
âą Verkehr
âą Bilder
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geographie
Hohenrain liegt im Osten, Nordosten und Norden von Hochdorf. Zur Gemeinde gehören neben dem namensgebenden Ort Hohenrain die ehemalige Gemeinde Lieli sowie die Ortsteile Ottenhusen, Kleinwangen, Ferren, GĂŒnikon und Oberebersol. Daneben befinden sich weitere Weiler, HĂ€usergruppen und Einzelgehöfte auf dem Gemeindegebiet.
Das Dorf selber liegt auf einem sĂŒdwestwĂ€rts liegenden Hang des Lindenbergs. Gleich nördlich des Dorfs liegt in einer Entfernung von 1 km der Weiler GĂŒnikon (580 m ĂŒ. M.). Durch diese Siedlung fliesst der StĂ€gbach. Nordnordöstlich von GĂŒnikon liegt eine grössere Waldpartie, der GĂŒniker Tannwald. SĂŒdöstlich des Dorfs liegt der Weiler Oberebersol (560 m ĂŒ. M.). Ăstlich von Oberebersol liegen der GrĂŒtwald, der OberĂ€bersolerwald und der Hiltiwald.
Weiter sĂŒdlich an der Strasse Hohenrain-Ballwil liegt der Ortsteil Ottenhusen (2 km sĂŒdsĂŒdöstlich vom Dorf, nahe Ballwil; 524 m ĂŒ. M.). An der Grenze zum Kanton Aargau im Osten von Ottenhusen liegen der Tannwald und der Steibruchwald. Nahe Hochdorf, 1,2 km sĂŒdwestlich von Hohenrain, liegt der Weiler Unterebersol (513 m ĂŒ. M.).
Im Nordwesten der Gemeinde liegt der Ortsteil Kleinwangen (549 m ĂŒ. M.), der aus den Teilen Unterdorf, RĂŒtihubel und Oberdorf besteht. Gleich sĂŒdwestlich von Kleinwangen liegt der heute mit dem Unterdorf zusammen gewachsene Weiler Ferren (499 m ĂŒ. M.). Durch beide fliesst der Spittlisbach dem Baldeggersee zu. Zwei weitere BĂ€che fliessen nördlich von Kleinwangen und Ferren in sĂŒdwestlicher Richtung dem Baldeggersee zu: der Höchibach und der Scheidbach. Ein Teil des Laufs des Letzteren bildet die Grenze zu Gelfingen (Gemeinde Hitzkirch). Nordöstlich von Kleinwangen-Oberdorf liegen der Buechwald und der Wanger Tannwald, in welchem sowohl der Spittlis- wie der Höchibach entspringen.
Die vom Dorf am weitesten entfernten HĂ€usergruppen sind Sennenmoos (hinter dem Chramiswald; 3,7 km sĂŒdöstlich des Dorfs) und Oberillau (3,6 km nördlich des Dorfs). Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich im Lieliwald auf 850 m ĂŒ. M., der tiefste nahe Baldegg auf 472 m ĂŒ. M.
Vom Gemeindeareal werden 73,8 % landwirtschaftlich genutzt. 19,4 % sind mit den oben erwÀhnten WÀldern bedeckt und 6,4 % SiedlungsflÀche (Stand 2015/16).cite-ref-6[6]
Ortsteile
Ottenhusen
St. Johannes-Kapelle Wann die erste Kapelle errichtet wurde, ist nicht bekannt. Es ist möglich, dass sie bereits im 17. Jahrhundert entstand, wie der Historiker Konrad LĂŒtolf 1902 im Geschichtsfreunde schrieb. Damals wurden in der Innerschweiz viele Kapellen erbaut. Das Patrozinium Johannes des TĂ€ufers geht auf die Johanniterkommende Hohenrain zurĂŒck. Bis zur Zuteilung nach Ballwil um 1812 gehörte Ottenhusen zur alten Pfarrei Hochdorf. Die Kapelle wird erstmals im Ă€ltesten Buch der Korporation erwĂ€hnt. Es ist dies ein 1762 begonnenes Zinsbuch. Am 19. Juli 1840 beschloss die Korporationsgemeinde Ottenhusen, die Kapelle neu zu erbauen und jene Kosten zu ĂŒbernehmen, die nicht von WohltĂ€tern beigesteuert wĂŒrden.
Bevölkerung
Die Zahl der Einwohner stieg von 1798 bis 1850 stark an (1798â1850: +63,5 %). Dann setzte in der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts eine massive Abwanderung in die Industriegebiete ein (1850â1900: â16,1 %). Besonders stark war diese von 1850 bis 1870. Von 1900 bis 1920 gab es ein starkes Bevölkerungswachstum (1900â1920: +24,3 %). Bis in die frĂŒhen 1980er-Jahre ging die Einwohnerzahl erneut leicht zurĂŒck (1920â1980: â7,9 %), im Jahre 1982 wurde mit 1782 Einwohnern ein neuer Tiefststand erreicht. Bis zur Jahrtausendwende wuchs die Bevölkerung wieder mĂ€ssig stark an (1980â2000: +22,1 %). Bis im Jahre 2015 stieg die Einwohnerzahl noch leicht an (2000â2015: +7,8 %), seither sinkt die Einwohnerzahl wieder kontinuierlich (2015â2020: â4,3 %).
Quellen: 1798â1837: Helvetische und kantonale VolkszĂ€hlungencite-ref-7[7]; 1850â1980 VolkszĂ€hlungsergebnisse, 1981â2010 ESPOP, seit 2011 STATPOP
Sprachen
Die Bevölkerung benutzt als Umgangssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten VolkszÀhlung im Jahr 2000 gaben 95,98 % Deutsch, 1,12 % Albanisch und 0,49 % Portugiesisch als Hauptsprache an.
Religionen â Konfessionen
In frĂŒheren Zeiten gehörten alle Bewohner der Römisch-Katholischen Kirche an. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geĂ€ndert. Heute (Stand 2000) gibt es 83,21 % römisch-katholische und 7,63 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben findet man 3,75 % Konfessionslose, 1,29 % Muslime und 0,67 % Angehörige anderer nichtchristlicher Religionen (meist Hindus tamilischer Herkunft). Die Muslime sind albanischer, kurdischer und tĂŒrkischer Abstammung.
Herkunft â NationalitĂ€t
Ende 2020 zÀhlte die Gemeinde 2429 Einwohner. Davon waren 2227 Schweizer Staatsangehörige und 202 (= 8,3 %) Menschen anderer Staatsangehörigkeit. Die grössten Zuwanderergruppen kommen aus Deutschland (72 Menschen), dem Kosovo (22), Portugal (17), Italien (9), RumÀnien (8), Polen, Ungarn, Spanien (je 6), Serbien und Eritrea (je 5).cite-ref-8[8]cite-ref-9[9]
Geschichte
Wie der Fund eines Opferdepots von 25 Schwertern aus der Bronzezeit im Gebiet Oberillau belegt, war die Gemeinde schon frĂŒh besiedelt. Bei Oberebersol wurden SkelettgrĂ€ber aus der LatĂšnezeit entdeckt. Auf Gemeindegebiet liegen zudem zahlreiche römische Fundstellen, so bei Ferren, auf der Höhe bei Kleinwangen und in Ottenhusen, wo 1851 bei den Fundamenten einer römischen Villa unter anderem eine Bronzestatue des Gottes Merkur aus der Zeit des Kaisers Trajan geborgen wurde.
In historischer Zeit wird der Ortsteil Ferren als Erster namentlich erwĂ€hnt. Er ist im Jahr 893 als Besitztum der FraumĂŒnsterabtei ZĂŒrich aufgefĂŒhrt.
Um 1175/1180 entsteht die Kommende Hohenrain des Johanniterordens (ErsterwĂ€hnung 1182/83, die Entwicklung zu einem Konvent mit Prior muss um 1180 abgeschlossen gewesen sein)cite-ref-10[10]. Alle heutigen Ortsteile unterstanden der Herrschaft dieser Kommende. Bis 1413 steht sie unter der Oberherrschaft der Habsburger. In diesem Jahr wird ein Burgrechtsvertrag mit der Stadt Luzern abgeschlossen. Da in den Jahren 1523 bis 1542 kein Komtur in Hohenrain anwesend ist, ĂŒbt in dieser Zeit Luzern die Hoheit aus. Im Jahr 1798 kommt die Komturei zum Distrikt Hochdorf, ab 1803 als Gemeinde zum neu geschaffenen Amt Hochdorf. Die Kommende wird 1807 liquidiert und 1847 in den historischen GebĂ€uden eine Taubstummenanstalt eingerichtet. Heute besteht hier das kantonale HeilpĂ€dagogische Zentrum (HPZ) Hohenrain. Vom mittelalterlichen Baubestand der Kommende sind wesentliche Teile aus dem spĂ€ten 12. und dem 13. Jahrhundert bis heute erhalten.
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat Hohenrain besteht aus fĂŒnf Mitgliedern und ist nach Ersatzwahlen 2021 wie folgt aufgestellt (Amtsdauer 2020â2024):cite-ref-11[11]
âą Alfons KnĂŒsel (CVP): GemeindeprĂ€sident
âą Luzia Stocker (CVP): Bildung, Ăffentliche Sicherheit
âą Rene BĂ€chler (SVP): Verkehr, Baupolizei, Umweltschutz, Volkswirtschaft, Energie
âą Marion Schilt (CVP): Gesundheit, soziale Wohlfahrt, Vormundschaftswesen
âą Jonas Roth (FDP): Finanzen
Gemeindeschreiber ist Reto Strebel.
Kantonsratswahlen
Bei den Kantonsratswahlen 2023 des Kantons Luzern betrugen die WĂ€hleranteile in Hohenrain: Mitte 38,60 %, SVP 32,99 %, FDP 14,22 %, GrĂŒne (mit JG) 5,79 %, SP (mit JUSO) 4,66 % und glp 3,74 %.cite-ref-12[12]
Nationalratswahlen
Verkehr
Die Gemeinde ist durch die Buslinie HochdorfâHohenrainâHochdorf ans Netz des Ăffentlichen Verkehrs angeschlossen. In Hochdorf liegt die nĂ€chstgelegene Bahnstation an der Linie LuzernâLenzburg.
Hohenrain liegt an keiner wichtigen Strassenverbindung. Von Ballwil fĂŒhrt eine Strasse in nördlicher Richtung bis HĂ€mikon. Ausserdem gibt es eine Strasse hinunter nach Hochdorf. Die nĂ€chstgelegenen AutobahnanschlĂŒsse sind Sempach in 12 Kilometer und Emmen-Nord in 16 Kilometer Entfernung. Beide liegen an der A2.
SehenswĂŒrdigkeiten
Siehe auch
:
Liste der KulturgĂŒter in Hohenrain
Bilder
Persönlichkeiten
âą Josef Leu (1800â1845), Politiker
âą Jost Weber (1823â1889), Jurist, Bundesrichter, Politiker und Unternehmer
âą Franziska Dosenbach (1832â1917), geboren in Kleinwangen, die spĂ€tere GrĂŒnderin des Schuhhauses Dosenbach
Weblinks
Commons
: Hohenrain
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⹠Waltraud Hörsch: Hohenrain (Gemeinde). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
âą Peter Ziegler: Hohenrain (Kommende). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
⹠Waltraud Hörsch: Kleinwangen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
âą Bundesamt fĂŒr Kultur: Hohenrain im Inventar der schĂŒtzenswerten Ortsbilder der Schweiz
âą Offizielle Website der Gemeinde Hohenrain
âą Gemeindeprofil des kantonalen statistischen Amtes
Einzelnachweise
cite-note-11. Geographische Kennzahlen â Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-22. Geographische Kennzahlen â Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-33. Bilanz der stĂ€ndigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991â2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
cite-note-44. StÀndige und nichtstÀndige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei spÀteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
cite-note-55. StĂ€ndige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Memento des Originals vom 1. Januar 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bfs.admin.ch (StĂ€ndige Wohnbevölkerung)
cite-note-66. â Bodennutzung nach Nutzungsarten 2015/2016. LUSTAT Statistik Luzern, 19. April 2022, abgerufen am 26. Januar 2024.
cite-note-77. â Robert Gubler, Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Wandlungen im Kanton Luzern. Tabelle I. n. S. 112
cite-note-88. â StĂ€ndige und nichtstĂ€ndige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geburtsort und Staatsangehörigkeit (Bundesamt fĂŒr Statistik STAT-TAB)
cite-note-99. â AuslĂ€ndische Wohnbevölkerung nach NationalitĂ€t, Aufenthaltsstatus und Bevölkerungstyp (LUSTAT Statistik Luzern)
cite-note-1010. â Stefan JĂ€ggi, Johanniter und Deutscher Orden im Luzerner Seetal. Jahrbuch der Historischen Gesellschaft Luzern 25 (2007), 13.
cite-note-1111. â Gemeinde Hohenrain, Ressortzuteilung Gemeinderat 2020 - 2024. Gemeinde Hohenrain, 1. Dezember 2023, abgerufen am 26. Januar 2024.
cite-note-1212. â Kantonsratswahlen: StĂ€rke der Parteien 2023 (LUSTAT Statistik Luzern)
cite-note-1313. â Nationalratswahlen 2023. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 26. Januar 2024.